Samstag, 12. September 2020

Herbst 2020 – CORONA-Tour Deutschland-1

Quellen, Flüsse und Mündungen – Vom Anfang bis zum Ende

 

Vorüberlegung

Das Jahr 2020 war bisher ein sehr eigenartiges Jahr. Corona, ein klitzekleines Virus hat die Welt verändert. Unsere geplante Reise nach England im Frühjahr konnte nicht stattfinden. Seit März wütet die Corona-Pandemie so richtig weltweit. Normales Reisen in andere Länder ist nicht möglich. Selbst innerhalb Deutschlands ist das Reisen nur eingeschränkt möglich. Nach Mecklenburg-Vorpommern werden zum Beispiel bis zum 4. September keine Tagestouristen aus anderen Bundesländern reingelassen.

Kultur- und Massenveranstaltungen sind gestrichen, gibt es nicht. Also eine gespenstische Situation. Für uns in Neustrelitz gar nicht so belastend. Wir können raus. Wälder und Felder bieten genug Raum für Erkundungen.

Im Frühjahr und im Sommer bleiben wir also zu Hause und erkunden die nähere Umgebung von Neustrelitz. Ich schaffe es endlich, vier Urlaubsbücher über unsere Mongoleireise von 2018 und ein fünftes über unsere Ukraine-Griechenlandreise von 2019 aufzuarbeiten. 

Jetzt in der Nachsaison zieht es uns raus aus Neustrelitz. Ja, wohin? Einfach ohne Ziel losfahren, das geht auch nicht. „Was tun?“ sprach Lenin. Warum nicht mal die Quellen und Mündungen, also den Anfang und das Ende von den Lebensadern - Bäche und Flüsse - suchen. Und an den Flüssen selbst gibt es, wenn man denn rankommt, eine ganze Menge zu bestaunen. 

Vor einigen Tagen waren wir mit den Rädern an der Havelquelle und stellen fest, hier entspringt nicht nur die Havel. Vom keine 50m entfernten Mühlensee bei Ankershagen geht der Mühlenbach ab und fließt hinter Neubrandenburg in die Tollense als Malliner Bach.




 

31. August 2020, Montag

Abfahrt 11 Uhr bei km – Stand: 171 848



Zur Tollense-Quelle bei Blumenholz – Nebendorf. Das Wohnmobil lassen wir am Ende des Dorfes an der Wendeschleife stehen und gehen dann den Feldweg rund 500 m entlang. Auf der rechten Seite sehen wir eine trichterförmige Weide, auf deren Grund sich Feuchtigkeit als Tümpel anzeigt. Klar, das Wasser sammelt sich immer am tiefsten Punkt und bildet dort Tümpel. 

In Blumenholz Nebendorf
In Blumenholz Nebendorf
Auf dem Weg zur Tollensequelle
Im Trichtergrund befindet sich die Quelle
Im Tümpel beginnt die Tollende 
Das grüne Band kennzeichnet den Anfang der Tollense


Von dort aus fließt es bei Gefälle zum nächsten See. Eine Baum-Strauch-Reihe zeigt den Bachverlauf an. Diese Quelle ist ganz unspektakulär. Hier sprudelt nichts aus dem Boden, hier ist keine Markierung. Das Wasser sammelt sich am Grunde und fließt dann langsam ab.

Der erste See im weiteren Verlauf des Tollense-Baches ist die Mürtz. Luftlinie von hier vielleicht 500 bis 1000 Meter. Mit dem Auto über die Straße sind es rund 3 km. 

Der erste See im Verlauf der Tollense, die Müritz
Extrem niedriger Wasserstand


Der Wasserstand des Mürtz-See´s ist sehr tief. Am Ausflussgraben zum nächsten See, dem Mittelsee bei Weisdin, ist kein Wasser zu entdecken. Der dritte trockene Sommer in Folge zeigt seine Auswirkungen.

Blick auf den Mittelsee

Weiter zum Langen See. Auch hier niedriger Wasserstand. Die Verbindung vom langen See am Chausseehaus führt ebenfalls kein fließendes Wasser, der Auslauf ist nur feucht.

Der Ausfluss aus dem Langen See, nur noch ein feuchtes Rinnsal
Vom Chauseehaus bis hier links unten ist der Tollenseausfluss verrohrt.


Der Tollense-Quellbach zwischen Hohenzieritz und Prillwitz heißt Ziembach. Und hier im Naturschutzgebiet fließt endlich Wasser. Von hier ab fließt der Ziembach (Tollensebach) durch die folgenden Wiesen in die Lieps. 

Der Lauf der Tollense heißt hier Ziembach.
Der Ziembach/Tollensebach kurz vor Prillwitz.


Im Gebiet zwischen der Lieps und dem Tollensesee vermutet man das slawische Heiligtum Rethra. 

Wir fahren weiter nach Penzlin. In den großen Stadtsee von Penzlin fließt der Mühlenbach, der von Ankershagen herkommt. 

Der Mühlensee bei Ankershagen, mündet später in den Großen Penzliner Stadtsee. 
Von hier aus geht es zur Ostsee!
Rund 100m vom Mühlensee entfernt ist die Havelquelle! 
Hier geht es zur Nordsee.


Der große Penzliner Stadtsee entwässert hier in den Wurzenbach, der später zum Malliner Bach wird und in den Wiesen zwischen Neubrandenburg und Woggersin in die Tollense mündet.

Weiter über Altentreptow zu unserem Übernachtungsplatz vor der Burg Klempenow. 53.7929, 13.3113

Vor der Burg Klempenow


 

1. September 2020, Dienstag

Lange ausschlafen, dann nochmals das ganze Dorf besichtigen. Auf mehreren Grundstücken stehen ausgenmusterte Polizeifahrzeuge. Statt Polizei steht „Friedensfahrzeug“ bzw. „Friedensanhänger“ drauf. An einem Grundstück steht ein Zitat von Apostel Paulus aus dem Brief an die Römer. Das scheint ein Gelände der Kirche zu sein und die „Polizeifahrzeuge“ gehören dazu. 



An der Tollense
An der Kanustation


Im Hof der Burg, das Café ist von Donnerstag bis Sonntag geöffnet.





Zum Schluss des Dorfrundganges landen wir auf dem Grundstück des Künstlers Klaus Böllhoff, Maler. Wir haben lange und gute Gespräche über Gott und die Welt. Sehr schön.

Im Atelier von Klaus Böllhoff




Anschließend über Nebenstraßen nach Alt Tellin, über die dortige Tollensebrücke.


Tollense bei Brook

Nach der Brücke sehen wir in der Ferne das Schloss Broock als Baustelle. Wir fahren zwar nur vorbei, aber hier entsteht etwas was wunderschön wiederersteht. Das Fotografieren haben wir leider vergessen.

Schloss Broock war das ehemals größte Privatgestüt Vorpommerns und gesellschaftlicher Mittelpunkt für die ganze Region.

Weiter mit einem Umweg über Tützpatz (meine Mitschülerin „Puppa“ hat es nach ihrem Studium hierher verschlagen) nach Demmin zur Mündung der Tollense in die Peene. 

Neben der Tollense-Mündung stehen das Haus Demmin und die Burg Demmin. Beides Ruinen mit einer interessanten Geschichte. 

In der Nähe der Tollensemündung: Haus Demmin mit interessanter Geschichte.

Daneben: Burg Demmin, ebenfalls mit spannender Geschichte

Blick von der Burg Demmin aufs gegenüberliegende Ufer der Peene.
Mündung der Tollense in die Peene, war gar nicht einfach zu erkennen, erst die Karte im Handyhalf hier.

Eine Flüchtlingsfamilie aus Afghanistan verbringt hier ihre Freizeit. Wir kommen mit ihnen ins Gespräch. Sie sind 2016 über die Balkanroute in Deutschland angerkommen. Die Eltern und ihre beiden Schulkinder. Ein sehr offenes und angenehmes Gespräch. Wir sind beeindruckt von dem Mut dieser Familie. Mit zwei Kindern ein halbes Jahr auf der Flucht! Auch, wenn noch nicht alle Ziele erreicht sind, wir glauben: „sie haben es geschafft!“.

Weiter nach Aalbude am Ausfluss der Peene aus dem Kummerower See. Kleiner Hafen, Wasserwanderplatz und Fähre rüber zum anderen Ufer. Ein schöner Übernachtungsplatz: 53.8485, 12.8891

 

2. September 2020, Mittwoch

Wieder Mal: lange ausschlafen! Vor halb Zwölf kommen wir nicht weg.

Aalbude, rechte Flussseite.
Aalbude, Blick auf die Gaststätte auf der anderen Seite des Ufers
Fähre, fährt regelmäßig aller 15 Minuten und bei Bedarf.


Dann am Kummerower See und den Malchiner See vorbei zur Quelle der Westpeene bei Vollrathsruhe.

Zuerst finden wir neben der Straße eine Quellwiese, diese ist jedoch nicht die Quelle der Westpeene, sondern hier entspringt ein Mühlenbach, der in die Westpeene mündet. 

Quellwiese des Mühlenbachs

Einige Meter weiter ist Kirch Grubenhagen und dort entspringt im selben Moorgebiet die Westpeene. Hingehen kann man nicht, gekennzeichnet ist nichts und ein Mann, dessen Grundstück direkt an das Moorgebiet anschließt weiß auch nicht, dass ein Peenearm hier entspringt.

Hinten links ist das Quellmoor der Westpeene


Weiter auf Nebenstraßen zur Quelle der Ostpeene in der Nähe von Kargow bei Waren, das ist gar nicht weit von Neustrelitz entfernt. Hier gibt es ein Naturschutzgebiet „Peeneholz“. Das ist ein feuchtes Waldstück rund 200m vom Weg entfernt. Wir sparen uns den Weg übers frisch gepflügte Feld und wissen einmal mehr, Quellen in unserer Gegend sind feuchte Wiesen, Wälder und Moore, die höher als die Umgebung liegen. Die eigentliche Quelle für das Wasser ist der Himmel.

Das Waldstück hinten ist das Peeneholz, hier entspringt die Ostpeene.


Zurück nach Aalbude, diesmal auf der anderen Seite. Dort in der Gaststätte lecker Fisch gegessen.

Ü Dargun, in der Nähe vom Waldbad am Klostersee 53.8925, 12.8511 Stellplatz am Irrgarten, keine Versorgung und keine Entsorgung, ansonsten für eine Übernachtung gut.

Dargun, Stellplatz neben dem Irrgarten aus Hainbuchenhecken.
Im Irrgarten


Hier in Dargun war ich in den 60-er Jahren mit dem Schwimmverein „Einheit“ zu Wettkämpfen im Schwimmen und Wasserball. Irgendwann war ich auch mal Bezirksmeister im Wasserball. Vom Schwimmen habe ich auch noch Urkunden.

Dargun, am Klostersee
Schwimmbad am Klostersee

3. September 2020, Donnerstag

Heute wollen wir zur Quelle der Trebel, diesmal aber nicht bis zum äußersten Zufluss, sondern nur bis dahin wo der Fluss den Namen Trebel trägt, nämlich bei Grimmen wo die Poggendorfer Trebel und die Kronhorster Trebel ineinander fließen. 

Vorher sehen wir uns den Park, das Schloss und das Kloster Dargun an. Es ist ein Kleinod und wird in Zukunft ein echtes Schmuckstück werden. Muss man gesehen haben!

Ab 1172 entstand eine Zisterzienserabtei mit wechselvoller Geschichte. 

1552 wurde das Kloster säkularisiert und war Nebenresidenz des Herzogs Ulrich von Mecklenburg und seiner Nachfahren. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Schloss erheblich zerstört. 

In den letzten Kriegstagen 1945, nach dem Einmarsch der Roten Armee, fiel der gesamte Schlosskomplex laut Wikipedia, einer Brandstiftung durch sowjetische Soldaten zum Opfer. 

Im Kloster- und Schlosskomplex in Dargun
Im Kloster- und Schlosskomplex in Dargun










Der Abbruch der Ruinen konnte verhindert werden, jedoch wertvolle Steine und Verzierungen wurden entwendet. 1979 wurde der gesamte Komplex in die Denkmalliste der DDR eingetragen. Seit 1991 engagiert sich ein Förderverein. 

Wir sind sehr beeindruckt von dem Ensemble und der dazugehörigen Geschichte.


Weiter nach Demmin. Wir suchen die Mündung der Trebel. Vom „Norma“-Parkplatz laufen wir zur Ratswiese bis zum Deich der Peene. Laut Handyortung muss hier die Trebel in die Peene münden. Wir sehen davon nichts. Der Deich ist mit Sträuchern zugewachsen, selbst das Wasser der Peene ist nicht zu sehen. 

Reh an der Mündung der Trubel in die Peene


Gut dann schauen wir uns die Trebel eben woanders an. Nach Loitz zum Hafen und altem Bahnhof. Wasserwanderplatz, das gesamte Areal wunderschön saniert, einfach klasse! Würdig eines Amazonas des Nordens! Gefällt uns sehr. Über unser Staunen vergessen wir zu fotografieren. Schade.

In der Nähe des Naturbades Grimmen sollen die beiden Peenearme zur Peene zusammenfließen. Mit den Mitarbeitern der Wasserwacht des DRK haben wir ein langes und sehr angenehmes Gespräch. Der Chef kennt natürlich seinen übergeordneten Chef Thomas vom Kreisverband des DRK in Neustrelitz. Wir bemühen uns um den Nachnamen und haben ihn bis heute nicht herausbekommen.


Das Naturbad in Grimmen

Von der Brücke über die Krondorfer Trebel
Blick auf Grimmen
Links vor den hohen Bäumen treffen die Krondorfer und die Poggendorfer Trubel aufeinander und bilden von hier ab die Trubel. 


Heute brauchen wir einen Stellplatz mit Wasser und Entsorgung, den finden wir in Tribsees am Alten Bahnhof. 

 

4. September 2020, Freitag

Tribsees liegt an der Trebel, heute wollen wir den nächsten Fluss, die Recknitz, erkunden. 

Trebelbrücke bei Tribsees
Wiesenfluss Trebel
In der Altstadt von Tribsees







Nach der obligatorischen Stadtbesichtigung, - die Stadt sollte eigentlich „Klein-Trübsees“ heißen, einen solchen Eindruck macht sie auf uns, - fahren wir zu den Koordinaten der Recknitzquelle.

Wir finden ein frisch umgepflügtes Feld, auf dem etwa in 400m Entfernung ein flacher halboffener Trichter den Anfang eines Baches mit Büschen und Grün markiert. 

Recknitz-Quelle


Auf dem Weg zur Mündung in Ribnitz-Damgarten kommen wir nach Tellow am Thünen – Museum vorbei. Gehört hetten wir schon davon, aber so richtig Ahnung, keine! Also rein ins Museum. Thünen lebte von 1783 bis 1850 und kaufte 1809 das 465 ha große Gut Tellow bei Teterow. 

Er war Musterlandwirt, Agrar- und Wirtschaftswissenschaftler und Sozialreformer. Er kann zur klassischen Ökonomie gezählt werden, ist aber auch ein früher Autor der Wirtschaftsgeographie. Im Museum erfahren wir, dass er Bewunderer aus aller Welt (z.B. USA, Russland, Japan) hatte, von denen ihn einige als Einstein der Ökonomie bezeichnen! (Einstein lebte rund 100 Jahre später). Seine Frau Helena Sophia Berlin war Bürgermeister- und Gutsbesitzertochter und wurde in Friedland in Mecklenburg-Strelitz geboren. 













Wir sind beeindruckt!

Über Bad Sülze fahren wir nach Ribnitz-Damgarten und essen dort unsere mitgebrachte Sülze, die wir besser in Bad Sülze hätten essen sollen, aber zu dem Zeitpunkt hatten wir auf Sülze in Bad Sülze keinen Bock. Trotzdem schmeckte uns die Sülze, die wir in Demmin und nicht in Bad Sülze beim Fleischer gekauft hatten, ganz vorzüglich.

Übrigens in Bad Sülze wurde Salz gewonnen und über die Salzstraße nach Süden befördert. Ein Modell eines Gradierwerks haben wir neben dem Salzmuseum in Bad Sülze gesehen. Fast direkt an der Havelquelle bei Ankershagen haben wir auf der Herfahrt einen Hinweis auf die alte Salzstraße gefunden! 

Ü: Ribnitz-Damgarten, Stellplatz Gänsewiese, 54.2456, 12.4233

 

5. September 2020, Sonnabend

In der Nacht regnete es. Gegen 12 Uhr hört der Regen auf. Eine gute Gelegenheit unseren Reisebericht auf den Computer zu bringen. Petra geht nach dem Frühstück in die Stadt.

Am Wohnmobilstellplatz hier in Ribnitz führt direkt der Radweg vorbei. Also die Räder raus und ab an die Ostsee bis nach Dierhagen. Der Radweg führt meist in Sichtweite des Saaler Boddens entlang. Der Wind ist nur mit geschlossener Windjacke auszuhalten. Genau dafür haben wir sie mit! Kaffee trinken in Dierhagen war gar nicht so einfach. In einer Gaststätte mit Fischgeruch und Hochzeitsgesellschaft im Nebenraum sollte es Kaffee und Kuchen geben. Nach fünf Minuten wussten wir, das wollen wir hier nicht. Wir landen wieder mal an einer Bude mit Crepes und „Kaffee to go“. Der Preis lag beim „Gaststätten-Innen-Preis“. 

Im Hafen von Ribnitz - in rot, Petra an der Fischbrötchenbude, schmeckten lecker!
Blick von Ribnitz nach Damgarten über die Recknitzmündung

Stellplatz Gänsewiese
In Dierhagen


Zurück zum Stellplatz Gänsewiese.

 

6. September 2020, Sonntag

Wir setzen heute die 24km von Ribnitz-Damgarten nach Barth um. Am Osthafen von Barth stehen wir gut. 54.3691, 12.7333

Spaziergang durch die Kleinstadt. Sehr gut saniert, gefällt uns sehr. Immer noch viele Touristen in der Stadt. Sonne und Wolken wechseln sich ab.














Barth da war doch mal was. Jetzt fällt es uns ein. Vor 48 Jahren, 1972, haben wir hier die Hochzeit von Studienkumpel Siggi gefeiert. Seitdem haben wir uns nicht mehr gesehen. Ob er nach dem Studium hier gelandet ist, keine Ahnung. 

Mehrere Leute gefragt, ob sie hier zur Schule gegangen sind und Siggi kennen. Keiner kennt ihn. Schade. 

Bei Google gebe ich Siegfried ein und siehe da, in Zingst gibt es einen. Anrufen, keiner da, Anrufbeantworter, raufgesprochen.

Die 18km bis dahin werden wir morgen unter die Räder nehmen. Es wird spannend.

Vorher noch den neuesten Tatort ansehen.

Etwas später Gegenanruf von Siggi, wir verabreden uns für morgen so zwischen 10.30 bis 11.00 Uhr.

 

7. September 2020, Montag

Für 10.30 Uhr sind wir bei Siggi in Zingst verabredet. Wir sind pünktlich da, finden in der Nähe keinen Platz zum Parken. Eine viertel Stunde irren wir durch Zingst. Keine Möglichkeit fußläufig zu parken.

Dann eben vollkommen verkehrswidrig gegen die Fahrtrichtung auf dem Fußweg an einer Hecke. 

Hin zum Haus, Freude auf beiden Seiten. Geschichte aufarbeiten. Wie die Zeit die Erinnerung verändert! Aus Erinnerungsfragmenten konstruiert das Gehirn ganz neue Zusammenhänge.

1.     Siggis Hochzeit war nicht in Barth und auch nicht in Zingst, sondern in Löderburg, einem jetzigen Stadtteil von Staßfurt.

2.     Die Hochzeit war nicht 1972 sondern 1971.

3.     Siggi hat nach dem Studium in Staßfurt als Lehrer angefangen.

4.     Aus gesundheitlichen Gründen geschah dann der Umzug vom Schadstoff behafteten Staßfurt nach Zingst.

5.     Das letzte Mal haben wir uns in Zingst in der alten Wohnung 1984 gesehen.

Die Erinnerungen verblassen und haben sich selbst umgeschrieben! „Alternative Fakten“ entstehen auch bei uns im Kopf. Erschreckend.

Siggi selbst hatte übers Internet nach seinen ehemaligen Mitstudenten gesucht und am meisten Einträge über mich gefunden. Er hatte mich immer irgendwie auf dem Schirm. Schulleiter in Neustrelitz, Nehru-Schule, Stadtvertreter, Stadtpräsident und Mitglied des letzten Kreistages von Mecklenburg-Strelitz, wusste er alles.

Umso schöner, dass wir jetzt nach 36 Jahren wieder Kontakt zueinander haben.

Nach dem für uns beide so tollen Gespräch weiter nach Stralsund zum Stellplatz an der Rügenbrücke. 

Zu Fuß in die Altstadt. Wir sind begeistert von Stralsund. Was hier in den letzten 30 Jahren saniert und belebt wurde! Einfach wunderbar.







 

8. September 2020, Dienstag

Nochmal in die Stadt, diesmal zur Marienkirche am Neuen Markt. Hier stellt der Maler Klaus Böllhoff aus, der mit dem wir an der Burg Klempenow so gute Gespräche hatten.

Die Bilder passen mit ihren Farben und ihrer Größe gut hierher. Gefällt uns!








Die Mündung der Peene ins Achterwasser / Stettiner Haff fehlt uns noch. Also auf nach Anklam zum Stellplatz direkt an der Peene. 53.8561, 13.6782

Zu Fuß in die Stadt, hat sich auch gut entwickelt, es ist aber auch noch viel zu tun.

Anklam Markt

Irgendwo hinter der Eisenbahnklappbrücke fließt die Peene in das Stettiner Haff.


Über den Hafen und die Peenepromenade zurück zum Wohnmobil.

 

1 Kommentar:

  1. Hallo Dieter, sehr interessanter Bericht. Über die Tollensequelle habe ich noch nichts gewusst. Wieder schlauer geworden. Danke !!
    Hans

    AntwortenLöschen

20-Herbst-D-05 - Nordfriesland, Kappeln, Ratzeburg

    18. Oktober 2020, Sonntag Von der Festung Grauerort  nach Neufeld bei Marne Zur Fähre nach Wischhaven - Glückstadt. Elbfähre Kernkraftwe...