Mittwoch, 25. November 2020

20-Herbst-D-05 - Nordfriesland, Kappeln, Ratzeburg

 


 

18. Oktober 2020, Sonntag

Von der Festung Grauerort 



nach Neufeld bei Marne

Zur Fähre nach Wischhaven - Glückstadt.

Elbfähre

Kernkraftwerk Brokdorf

Ebbe, siehe hinten auf der Elbe



Am KKW Brokdorf vorbei, über den Nord - Ostseekanal bei Brunsbüttel 

Wikipedia: Der Kanal durchquert auf seiner Länge von knapp 100 Kilometern das LandSchleswig-Holstein zwischen Brunsbüttel und Kiel-Holtenau. Damit erspart er die Fahrt um die Kimbrische Halbinsel (Jütland) durch Nordsee, Skagerrak und Kattegat. Mit dem Kanal ist die Wegstrecke je nach Abfahrts- und Zielhafen im Schnitt 250 Seemeilen (rund 460 km) kürzer.

Die erste Verbindung zwischen Nord- und Ostsee für seegängige Schiffe war der 1784 in Betrieb genommene und 1853 in Eiderkanal umbenannte Schleswig-Holsteinische Canal.

Der Kanal hat auf seiner kompletten Länge denselben Wasserstand und gehört damit zu den spiegelgleichen Seekanälen. Er wird an beiden Enden durch Schleusen gegen die wechselnden Wasserstände, verursacht durch den Gezeitengang der Nordsee bzw. einem Windstau im Bereich der Ostsee abgeschlossen. Die Endpunkte befinden sich in Brunsbüttel an der Unterelbe (Km 0,38)[1] und in Kiel-Holtenau an der Kieler Förde(Km 98,64).[1] Sie liegen 98,26 km auseinander (Luftlinie 85½ km).

Erste Pläne für einen Kanal quer durch das heutige Schleswig-Holstein reichen wahrscheinlich bis in das 7. Jahrhundert zurück. Von der damals blühenden Handelsstadt Haithabu an der Schlei waren zwischen der Ostsee und der Nordsee nur 16 Kilometer Landweg zu überbrücken, denn die hier fließende Treene mündet über die Eider in die Nordsee. Die Waren und die leichten Schiffe der Wikinger wurden über diese Landbrücke von Ochsen getragen bzw. gezogen.

Der direkte Vorläufer des Nord-Ostsee-Kanals war der Eiderkanal, den der dänische König Christian VII. von 1777 bis 1784 errichten ließ. Er begann in Kiel und mündete bei Rendsburg in die Eider, die bei Tönning die Nordsee erreicht. Jedoch dauerte eine Fahrt durch Kanal und Eider noch drei bis vier Tage.

1864, zu Beginn des Deutsch-Dänischen Krieges, erteilte der preußische Kanzler Otto von Bismarck den Auftrag, Ermittlungen über eine Verbindung zwischen Nord- und Ostsee anzustellen, „welche alle Kriegs- Handels- und Dampfschiffe gut passieren können“. Der deutschen Flotte sollte die Möglichkeit gegeben werden, „jederzeit von der Ostsee in die Nordsee zu gelangen, ohne unter dänischen Kanonen passieren zu müssen“. Damit wurde der zunächst vorrangig militärisch-strategische Charakter des Kanalprojekts deutlich angesprochen.

Der regelmäßige Betrieb wurde am 1. Juli 1895 aufgenommen.[34] Der Bau hatte 156 Mio. Mark gekostet und überschritt damit, ungewöhnlich für ein Projekt dieser Größenordnung, nicht die veranschlagten Kosten.

Nach Neufeld gegenüber von Cuxhaven. 

Stellplatz Neufeld

hinterm Deich

Über Neufeld steht bei Wikipedia:

Das Gemeindegebiet lag früher vollständig in der Nordsee. Eine erste Sicherung des östlichen Gemeindegebietes (heutige Ortsteile Kattrepel und Ohlen) wurde mit einer Eindeichung als Teil des Goldenen Rings vorgenommen. Weitere Eindeichungen auf Gemeindegebiet waren der Kattrepeler Westerdeich, der Fahrstedter Altendeich und die Eindeichung des Marner Neuen Kooges (1608), wo später der neue Ortskern um den Fischerhafen entstand.

Auf den Deichen - Pötte gucken.

Allerdings, es „niesel-regnet“, trotzdem oder gerade deswegen schön! 

Windräder

hinten auf der Elbe fahren die wirklich großen Pötte

Entenfamilie

da oben gibt es Bier

Wir sind hier in Dithmarschen, in der Gaststätte oben auf dem Deich gibt es Dithmarscher Bier, ein halber Liter = ein Glas Bier kosten 5€. Ich habe plötzlich keinen Appetit mehr. Dann eben zurück ins Wohnmobil. 

Wikipedia: Dithmarschen ist eine Region und ein Kreis in Schleswig-Holsteinzwischen NordseeEiderElbe und Nord-Ostsee-Kanal. Die Grenzen bestehen seit dem Mittelalter. Dithmarschen wird traditionell als eine (ehemalige) freie Bauernrepublikbezeichnet. Dies stimmt insofern nicht, als Dithmarschen nie lehensunabhängig (d. h. formal frei) war. Weil aber einige Lehnsherren, wie beispielsweise die Bremer Erzbischöfe, ihre Lehnshoheit nicht straff ausübten, konnte sich eine Art Selbstverwaltung herausbilden.(siehe Achtundvierziger (Dithmarschen)) Die Landschaft Dithmarschen gehört daher zusammen mit den Landschaften Eiderstedt und Fehmarnzu den Bereichen in Schleswig-Holstein, in denen sich keine adligen Gutsherrschaftenentwickelten.

1447 wurde das Dithmarscher Landrecht aufgezeichnet. Es wurde ein Obergericht geschaffen mit 48 auf Lebenszeit eingesetzten Richtern (Achtundvierziger). Diese entwickelten sich zum eigentlichen Selbstverwaltungsorgan der entstehenden Bauernrepublik Dithmarschen.

Vor allem im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit war Dithmarschen von Wohlstand der großbäuerlichen Oberschicht, hohem Selbstbewusstsein und faktisch weitgehender Unabhängigkeit gekennzeichnet. Gewaltsame Unterwerfungsversuche scheiterten wiederholt 

….

Im Februar des Jahres 1500 besiegten die Dithmarscher unter Wulf Isebrand in der Schlacht bei Hemmingstedt ein dänisch-schleswig-holsteinisches Heer unter König Johann, in Personalunion König von Dänemark, Norwegen und Schweden und Herzog in den königlichen Anteilen Schleswigs und Holsteins, sowie seinem Bruder Friedrich, Herzog in den gottorfschen Anteilen Schleswigs und Holsteins.

Die anrückende Streitmacht bestand vor allem aus einer im Marschenkrieg spezialisierten Infanterietruppe, der aus Landsknechten zusammengesetzten Schwarzen Garde, sowie einigen adligen Reitereinheiten, war aber schlecht geführt. Die Bauern konnten dieses Heer überraschend vernichten. Sie vermieden zunächst eine offene Schlacht, öffneten im Marschland die Deiche und ließen das anrückende Heer auf dem engen Damm der Straße von Meldorf nach Heide an der Dusenddüwelswarft in der Nähe von Hemmingstedt in eine nasse Falle tappen. Ihr Schlachtruf war „Wohr di, Goor, de Buur, de kump!“ („Hüte dich, Garde, der Bauer, der kommt!“). Ein Großteil der Söldner, die dicht gedrängt an der Spitze des Heeres marschierten, und der schwer gepanzerten schleswig-holsteinischen Ritter kam um, als sie den völlig verstopften und kaum zu verteidigenden Straßendamm verließen und in der gefluteten Marsch von den hier überlegenen Bauern gestellt wurden.

Der nächste, nun gründlich vorbereitete Einmarsch dänisch-schleswig-holsteinischer Truppen unter dem Feldherrn Johann Rantzau, die so genannte Letzte Fehde, konnte dann allerdings 1559 von den Dithmarschern nicht mehr aufgehalten werden. Die Bauern wurden besiegt und verloren ihre Freiheiten.

 

19. Oktober 2020, Montag

Neufeld - bis Hamburger Hallig 

Ein Schülertraum von Petra war, auf einer Hallig zu leben. Das war bis 1989 für einen DDR-Bürger nicht möglich. Nach der Wende sind wir mit als Erstes mit dem Trabbi und den Kindern nach Cuxhaven gefahren. Nachdem wir damals für das Betreten des Strandes eine für uns „Neubürger“ große DM-Summe bezahlen sollten, haben wir auch keine Lust auf Wattwanderung / Kutschfahrt zur Hallig Neuwerk mehr gehabt. Lag damals außerhalb unseres Budgets!

Am Ende der Bucht liegt Büsum

links Naturschutzhaus, geradeaus unser Womo
Ebbe, die Wattwürmer werfen im Vordergrund "Sand" auf

Über Büsum mit einer quirligen Innenstadt, hier gibt es für uns Parkplatzprobleme, weiter zum Eider Sperrwerk. Das Eider-Sperrwerk wurde in den Jahren 1967 bis 73 errichtet. Es schützt das dahinter liegende Land vor Sturmfluten und ermöglicht die durchgehende Schifffahrt auf der Eider. Innerhalb des Sperrwerkes verläuft die Straße. Bestandteil ist auch eine Schleuse von der Nordsee in die Eider. Die hydraulisch angetriebenen Absperrtore sind gigantisch. Respekt vor dieser finanziellen und ingenieurtechnischen Leistung! 

Eider-Sperrwerk rechts ist das Binnenland
Diese schweren Absperrtore werden hydraulisch hoch oder runtergefahren. Filigrane Technik mit sehr stabilen Stahltoren.
Rechts ist die Zentrale für die gesamte Absperrung samt Schleuse (links)
Das Sperrwerk von der Nordsee her
Parkplatz am Eidersperrwerk

Zur Hamburger Hallig, hier kann man gut über Nacht stehen. Morgen werden wir mit den Rädern auf die Hallig, die keine Hallig ist, fahren.

Hinter dem Amsinck-Haus befindet sich der Stellplatz

friedliche Gesellen
An der Nordseeküste am plattdeutschen Strand sind die Fische im Wasser und selten am Strand, ... und die Schafe gehen auf den Deichen spazieren! Einfach nur sehr friedlich.

Wikipedia: Der Name der Hallig erinnert an zwei Hamburger Kaufleute, die Gebrüder Rudolf und Arnold Amsinck. Diese erwarben 1624 als Oktroy die Deichrechte an der Nordost-Ecke der Insel Strand und errichteten bis 1628 Deiche. So entstand der Amsinck-Koog. Durch die Burchardiflut im Jahre 1634 wurden die Deiche zerstört. Lediglich die Warft mit dem „Hamburger Haus“ blieb bestehen und wurde für zahlreiche Strander Einwohner während der Sturmflut zur Rettung. Nach 1634 wurden die Deiche unter hohem Kostenaufwand wieder erstellt und Überlebende der Flut siedelten sich an. 1658 starb Arnold Amsinck im „Hamburger Haus“ in seinem Koog, nachdem er sein ganzes Vermögen in die Wiedereindeichung gesteckt hatte. 1661 wurde das Haus abgebrochen und durch ein kleineres ersetzt.[1] Das Geschehene wurde literarisch vom Husumer Schriftsteller Albert Petersen in seinem Roman Arnold Amsinck (1921) geschildert.

1711 waren die Deiche soweit zerstört, dass der Amsinck-Koog wieder eine Hallig war. Sie blieb bis 1760 im Besitz der Familie Amsinck. 1781 wird der Name „Hamburger Hallig“ erstmals erwähnt. Das Haus auf der Hallig wurde durch die Februarflut 1825zerstört.

1855 plante man einen Verbindungsdamm zum Festland. 1859/60 wurde der Damm gebaut, brach aber bereits 1860 wieder. 1866/67 baute man einen Buschdamm vom Bordelumersiel zur Hallig. Dieser Damm wurde 1874 befestigt und bekam eine Überlaufstelle, die 1875 geschlossen wurde. Durch die Unterbrechung der durchlaufenden Tideströme wurde die Aufschlickung beiderseits des Dammes stark beschleunigt. Die hier gewonnenen Erfahrungen haben die weitere Entwicklung derLandgewinnung entscheidend beeinflusst. 1878 kaufte der Fiskus die Hallig und verpachtet sie fortan zur Bewirtschaftung. 1880 wurde ein artesischer Brunnen erstellt. Seit 1901 ist der Damm befahrbar.

1908 war die Hallig 96 Hektar groß. Am 16. April 1930 war sie mit dem Deichvorland 216 Hektar groß und wurde zum Naturschutzgebiet erklärt,[2] um den Säbelschnäblerzu schützen. Heute umfasst sie zusammen mit dem Deichvorland des Sönke-Nissen-Koogs und den Salzwiesen rund 1.000 Hektar und wird vom Naturschutzbund NABUbetreut.

 

20. Oktober 2020, Dienstag

Von der Hamburger Hallig zum Ende der Bundesstraße 5 und dann bis nach Langballigau an der Flensburger Förde

Mit den Fahrrädern fahren wir über den Damm vor bis zur Ausflugsgaststätte, immerhin über 4 km hin und wieder zurück.



Am Horizont, im Dunst sind echte Halligen


Vorn an der Nordsee, es ist gerade wieder Ebbe
Helden wie wir!
Grüne Energie wird hier erzeugt

Weiter fahren wir auf der Bundesstraße B5. Vor einigen Wochen waren wir beim Birnbaum des Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland, anschließend in Kyritz an der Knatter, wieder auf der B5. Da liegt es nahe, mal bis zum Ende bzw. Anfang der B5 an der dänischen Grenze zu fahren. Natürlich sieht man dort nichts Spektakuläres.

Wikipedia: Die ehemalige Reichsstraße 5 (R 5) führte von Frankfurt (Oder) aus weiter über Crossen, Grünberg und Lüben bis nach Breslau und von dort aus über Ohlau, Brieg und Oppeln bis nach Beuthen (Oberschlesien).

 

Von hier aus weiter an die Flensburger Förde nach Langballigau. 

Zwei Kilometer trennen den Hafen vom Ortszentrum des Erholungs- und LuftkurortesLangballig. Wenige Meter von der Förde entfernt führt die Strandpromenade (Strandweg) entlang, wo Restaurants (Fährhaus LA,[15] Strandterrasse Langballigau[16]sowie Anna und Meehr,[17]) das Hotel Ostsee-Anker,[18] Imbissstände und Eisdielenansässig sind. Für den neben dem Hafen gelegenen Naturstrand gibt es einen Strandkorbverleih und unweit des Campingplatzes Langballigau[19] einen offiziellen Hundestrand.[20] Ein Supermarkt am Hafen hält die weitere Versorgung aufrecht.

 

21. Oktober 2020, Mittwoch

Den ganzen Tag herrscht Nieselwetter. Wir fahren von der Flensburger Förde ufernah über Gelting, hier soll es ein Wasserschloss geben, nach Kappeln an der Schlei. Das Wasserschloss gibt es, aber es ist nicht frei zugänglich.

Strand nah an der Ostsee entlang



Gut Gelting, häufig auch als Schloss Gelting bezeichnet, ist ein altes Gut in Gelting in Angeln. Die dreiflügelige Anlage mit Ehrenhof[1] ist von einer mittelalterlichen Graben- und Wallanlage und vier Bastionen umgeben. Sie befindet sich im Privatbesitz der Familie von Hobe-Gelting und kann nicht besichtigt werden. Seit 1925 besitzt Gut Gelting auch eine Kapelle; der Altar befindet sich im historischen Turm, die eigentlichen Kapellenräumlichkeiten im Ostflügel der Anlage.[1]

Weiter nach Kappeln. Wir stehen direkt an der Schlei auf dem Gelände einer Marina. Hier werden gerade die Segel- und Motorboote aus dem Wasser gekrahnt. Anschließend werden diese winterfest in Hallen oder im Freigelände eingelagert. Und dazwischen wir, mit vielleicht 40 bis 60 weiteren Wohnmobilen. Der Weg in die Innenstadt ist nicht weit. 500 Meter?

Hinein in die Einkaufszone, schön gestaltet. Gefällt uns. Das hier ist eine 8 000 Einwohner-Stadt mit allen möglichen Geschäften. 


Stadtspaziergang in Kappeln
Kappeln in der Fußgängerzone


Blick auf die Schlei
am Hafen



Am Fischereihafen

Sportboothafen
Dahinter stehen wir.


Im Flyer von Kappeln steht: 

1357 wird die Hafenstadt an der Schlei erstmals als „Capeli“ erwähnt. Rund sieben Kilometer entfernt von Schleimende begann die Ortsentwicklung vermutlich mit dem Bau einer Kapelle am Schleifer. Zunächst gehörte Kappeln zum Bistum Schleswig, das den Ort 1533 an den Gutsherrn von Soest verkaufte. 1807 ging Kappeln an die dänische Krone, 1864 wurde es preußisch und erhielt 1870 die Stadtrechte.“

 

22. Oktober 2020,. Donnerstag

Von Kappeln nach Rendsburg

Am Nachmittag kommen wir in Rendsburg an. Standplatz unter der Eisenbahnhochbrücke. 

Stellplatz für Wohnmobile am Nord-Ostsee-Kanal an der Eisenbahnhochbrücke

Links hinten ein größeres Schiff auf dem Weg zur Elbe
Eisenbahnhochbrücke
Damit die Züge die Höhe der Brücke erreichen können wurden die Schienen in einer große Schleife durch die Stadt auf ständern verlegt.

Die Züge kommen auf eine Höhe von 68 m über dem Wasserspiegel.

Bei Wikipedia lesen wir: Rendsburg liegt am längsten Fluss Schleswig-Holsteins, der Eider, und der meistbefahrenen künstlichen Wasserstraße der Welt, dem Nord-Ostsee-Kanal.

Die Rendsburger Hochbrücke ist eine zwischen 1911 und 1913 erbaute Stahlkonstruktion in Rendsburg . Sie überspannt den Nord-Ostsee-Kanal und dient als Eisenbahn-Brücke, außerdem trägt sie eine angehängte Schwebefähre für den Fußgänger- und Fahrzeugverkehr. Sie ist Wahrzeichen der Stadt Rendsburg und eines der bedeutenden Technikdenkmäler in Deutschland. Am 22. September 2013 wurde sie von der Bundesingenieurkammer als Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland ausgezeichnet. Direkt unter der Brücke befindet sich die Schiffsbegrüßungsanlage Rendsburg. Die Brücke war 99 Jahre lang die längste Eisenbahnbrücke in Deutschland.

Ursprünglich wurde der Nord-Ostsee-Kanal durch Drehbrücken überspannt. Im Zuge des Ausbaus des Kanals ab 1907 wurden diese zumeist durch Hochbrücken ersetzt.

Diesmal fahren wir mit dem Bus in die Innenstadt. Wieder, eine schöne Fußgängerzone. In normalen Zeiten sind sicher mehr Menschen unterwegs. Für Corona-Zeiten ist die Altstadt gut besucht. Uns gefällt´s. 

Rendsburg - Innenstadt




Zurück zum Stellplatz, der Baulärm von Tage ist glücklicherweise weg. Schiffe gucken. Über die Brücke fahren regelmäßig Züge. Das stört ein bisschen. Für eine Nacht ist das noch in Ordnung. 


Ratternde Züge über dem Haus, ich glaube, wir möchten das nicht haben.

Schiff bei Nacht.

 

23. Oktober 2020, Freitag

Rendsburg nach Ratzeburg

Ratzeburg und Neustrelitz, das ist eine interessante und spannende Geschichte. 

Das Fürstentum Ratzeburg bestand von 1648 bis 1918. Es gehörte zum reichsunmittelbaren Territorium des früheren Landes Mecklenburg und war damit Teil des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Im Ergebnis der Dritten mecklenburgischen Hauptlandesteilung (1701) wurde Mecklenburg gespalten. Es entstanden die (Teil-) Herzogtümer Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz. Das (Teil-) Herzogtum Mecklenburg-Strelitz wurde aus dem Fürstentum Ratzeburg und der Herrschaft Stargard gebildet. Heute liegt das Gebiet des ehemaligen Fürstentums zum überwiegenden Teil im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

Im Hamburger Vergleich von 1701 wurde „von Herrn Herzog Friedrich Wilhelm an Herrn Herzog Adolf Friedrich das Fürstentum Ratzeburg [...] frei von Schulden übergeben und abgetreten [...] und daneben auch die Herrschaft Stargard in seinen Grenzen mit allen darin befindlichen Adel, Städten und Ämtern [...].“[2] Zwischen Ratzeburg und der fast 200 km entfernten Residenz des Herzogs Adolf Friedrich II. in Strelitz lag das andere mecklenburgische (Teil-) Herzogtum Mecklenburg-Schwerin. Da die Verwaltung des Fürstentums von Strelitz aus entfernungsbedingt schwierig war, blieb Ratzeburg fast völlig selbstverwaltet und hatte eigenständige von Strelitz getrennte Behörden.[1] Hochstift und Domhof gehörten territorial zum Fürstentum, die Stadt Ratzeburg selbst gehörte zum Herzogtum Sachsen-Lauenburg. Das Fürstentum wurde kein Teil des im Landesgrundgesetzlichen Erbvergleich (1755) gefestigten mecklenburgischen Ständestaats und war nicht auf dem Landtag vertreten.

 

Wir laufen durch die überschaubare Inselstadt. 

Stellplatz am Hallenbad
Ratzeburg Innenstadt


Sommerhaus von Friedrich Wilhelm von Mecklenburg-Strelitz
Blick auf einen der vielen Seen


Am Dom steht das Sommerhaus des mecklenburg-strelitzschen Herrschers Friedrich Wilhelm. Diese Ecke gehörte zum Herzogtum Mecklenburg-Strelitz, der Rest der Stadt zum Herzogtum Sachsen-Lauenburg. So richtig verstehen kann ich das aus heutiger Sicht nicht. Das ganze Ratzeburg gefällt uns. Insellage, überall Seen, historisch gewachsen, hübsch saniert. Die Schönheit der Stadt haben auch die Rentner entdeckt, überall gibt es Seniorenheime.

Dom zu Ratzeburg




Immer noch der Ratzeburg Dom
Wieder in der Innenstadt

Abendidyll


 

24. Oktober 2020, Sonnabend

Ratzeburg, Zarrentin - Neustrelitz

Die Coronazahlen steigen immer weiter an. Wir entscheiden uns heute noch nach Hause zu fahren. Der gesunde Menschenverstand sagt uns, hier muss bald von staatlicher Stelle gehandelt werden. In einer solchen Situation ist es wohl besser zu Hause zu sein.

Über das nahegelegene Zarrentin auf die Autobahn und dann nach Hause.

Am Kloster Zarrentin am Schaalsee



Am Schaalsee





Fazit: 

- Corona: die meisten Leute halten sich an die Corona-Regeln, sind vernünftig, heben den Ernst der Lage erkannt. Lediglich am Abend in Jever haben wir aus der Gaststätte heraus einen sogenannten „Abendspaziergang“ von Corona-Gegnern beobachtet. 

- Der Norden Deutschlands ist wunderschön! Hier kann man unglaublich viel entdecken und die Landschaft und deren Geschichte erleben. In unserer unmittelbaren Umgebung ist so viel passiert und hat sich so viel zum Guten entwickelt! Wir können stolz auf unsere Heimat sein.

- Unsere Idee war ja, die Quellen und Mündungen von Flüssen zu besuchen und mehr darüber zu erfahren. Unglaublich interessant. Markierte und eingefasste Quellen haben wir in den vergangenen Jahren besucht: die Saalequelle, die Elbquelle, die Wolgaquelle und jetzt nochmal die Havelquelle. Die meisten anderen Quellen waren Wiesenquellen. Regenwasser von oben sammelt sich in Vertiefungen und fließt von dort bergab bis zur Mündung. In vielen Fällen ist der ursprüngliche Verlauf durch Eingriffe des Menschen stark verändert worden. Straßenbau, Mühlenbauwerke, Wasserkraftwerke, Wohnbebauung haben über Jahrhunderte die Flüsse und Bäche stark verändert. An der Nordsee und in Schleswig-Holstein wird zum Teil die Fließrichtung im Takt der Gezeiten geändert. Dort wo Land gewonnen wurde gibt es Gräben (Tief´s) und dort geht es schlicht und einfach darum das Land zu entwässern. In diesen Gegenden war man auf Leben und Tod aufeinander angewiesen. Dort hat sich sehr früh eine Art „Genossenschaftsgesellschft“ herausgebildet. „Friesische Freiheit“, man hat die „Häuptlinge“, die Anführer frei gewählt. Es mussten die klügsten und Fähigsten sein! Die Leibeigenschaft hatte dort keine Chance. Uneinigkeit und Zweifel an notwendigen Maßnahmen wurden von der Natur gnadenlos bestraft. Man musste klug zusammenhalten.

20-Herbst-D-05 - Nordfriesland, Kappeln, Ratzeburg

    18. Oktober 2020, Sonntag Von der Festung Grauerort  nach Neufeld bei Marne Zur Fähre nach Wischhaven - Glückstadt. Elbfähre Kernkraftwe...